„Ja. Das Mädchen hing an mir, und es war alles verabredet für baldige Hochzeit. Da hielt ich mich gestern [pg 321]für verpflichtet, ihr mein Leben zu schildern. Droben am Hange sind wir gewesen. Da habe ich ihr das Schwere gesagt. Sie hat sehr geweint und sich schwer von mir losgerissen; aber sie bleibt dabei, daß sie den geschiedenen Mann einer noch lebenden Frau nicht heiraten dürfe. Du weißt wohl warum?“
„Ja. Ihre katholische Religion verbietet Anneliese solche Ehe.“
Er fing an zu toben, an den Ketten zu zerren – ich ließ ihn reden und toben.
Zuletzt sagte er:
„Und ich weiß nicht einmal, ob dieses – dieses Weib noch lebt.“
Ich blieb still.
„Weißt du etwas von ihr? Weißt du, ob sie noch lebt?“
„Sie lebt.“
Er stöhnte. Ich merkte, wie sehnsüchtig er auf den Tod seiner Frau gehofft hatte.
„Und – das Kind, wo ist es?“