Sie hörte nicht, ließ nicht los, schließlich rang sie weiter [pg 332]mit ihm, und ich hörte sie um das Kind bitten. Sie standen dicht am Brunnenrand. Da gab Joachim dem Weibe einen gewaltigen Stoß, sie taumelte zurück und fiel über den niederen Brunnenrand ins Wasser.

Joachim blieb still stehen, wohl im Schreck, zwei, drei Sekunden lang; dann beugte er sich über das Becken.

Da sprang das Weib aus dem Wasser heraus und rannte davon.

Ich hatte all diesen sich schnell abspielenden Vorgängen sprachlos zugesehen, dann war ich mit einigen Sätzen unten auf dem Markte. Joachim stand noch am alten Fleck.

„Ah“, lachte er, „du hast zugesehen – da wirst du wohl jetzt behaupten, ich hätte das Weib ertränken wollen.“

„Das werde ich nicht behaupten. Du hast sie nur zurückgestoßen, und sie ist unglücklich gefallen.“

„Na also! Ich lasse mich auf der Straße nicht anfallen, verstehst du? Eure Komödien verfangen nicht bei mir!“

„Joachim, wir müssen ihr nach, wir müssen sie suchen.“

„Suchen? Ich denke nicht daran. Was geht sie mich an?“

„Joachim, sie muß völlig durchnäßt sein, es ist eine kalte Nacht; sie ist halb irrsinnig vor Aufregung wegen des Kindes. Es kann ein Unglück passieren!“