„Hast du Magdalena lieb, Luise?“

„Ja, ich will wieder zu ihr. Wo ist sie?“

„Sie ist jetzt krank; aber vielleicht wird sie wieder gesund.“

„Sie wird doch nicht sterben?“ fragte das Kind weinerlich.

„Nein, Herzchen“, sagte ich mit unsicherer Stimme. Langsam gingen Stefenson und ich mit dem Kinde den „Stillen Weg“ entlang ...

Keinem unter allen Sündern hat Christus so streng die Verdammnis angedroht wie den Unbarmherzigen. Was er für sie hat, ist die „ewige Finsternis, wo Heulen und Zähneknirschen ist“. Diese Höllenstrafe trifft die Unbarmherzigen schon auf dieser Welt. Denn Unbarmherzigkeit ist Finsternis, und Haß heult und knirscht mit den Zähnen und ist verbannt von allem Frieden und allem Glück.

In diesem Lichte sah ich meinen Bruder. Und als ich wieder einmal bei der röchelnden, fiebernden Frau war, als ich ihre heißen Hände sich die Wand hinaufkrallen sah, ihren qualvollen Husten hörte, schickte ich auf neue Anfrage aus Waltersburg einen Zettel an Joachim:

„Du bist als Amerikafahrer mit indianischen Gebräuchen vertraut. Freue dich, deine Frau hängt am Marterpfahl!“

Daraufhin ließ er sich bei mir melden, aber ich empfing ihn nicht ...

In ihren Fieberträumen schrie die Frau immer wieder: