Ich ging hinaus. Das Kind stürzte auf mich zu.
„Onkel, lieber Onkel“, rief es selig; „denke dir, Pappa ist wieder da.“
Stefenson strahlte über das ganze Gesicht. Er flüsterte mir zu:
„Es ist nicht so gegangen, wie ich wollte. Ich hatte mir einen genialen Plan zurechtgelegt, dem Kerl das Mädel zu nehmen; da gab er es leider freiwillig her.“
Das Kind klammerte sich an mich.
„Onkel, lieber Onkel, laß doch nicht mehr den bösen Mann zu mir kommen. Ich hab so schreckliche Angst vor ihm!“
Ich sagte ihr nicht, daß der „böse Mann“ ihr Vater sei. Es gibt Hunderttausende von Kindern, für die der eigene Vater der „böse Mann“ ist. Die männlichen Schweine fressen zuweilen den eigenen Nachwuchs auf; ich schätze menschliche Väter, die ihrer Kinder Jugendglück vergiften, noch um einige Grade niedriger ein als die selbstsüchtigen Borstentiere. Denn im Schweinekoben ist der Schmerz kurz, bei lieblosen Menschenerziehern dehnt er sich Jahr für Jahr.
„Kommt der böse Mann wieder?“
„Nein, Luise, er kommt nicht mehr!“
„Dann mußt du der Magdalena sagen, daß wir nicht mehr in der Genovevenklause wohnen wollen; wir wollen lieber wieder in den Forellenhof ziehen.“