Die Mutter weinte.

„Fritz, du mußt nicht so von ihm denken. Er hat doch auch viel gelitten. Gestern hat er unrecht gehandelt. Er ist dann die ganze Nacht wach geblieben, und ich glaube, wenn die Frau jetzt stirbt, wird es sein Gewissen sehr bedrücken. Er ist ja deswegen auch noch nicht abgereist.“

Ich lachte.

„Hab keine Sorge, Mutter, Joachims Gewissen ist recht robust.“

„Ihr werdet euch nie verstehen.“

„Nein. Niemals! Mit solch einem Kerl niemals!“ Sie saß noch ein Weilchen da. Ich fand kein gutes Wort für Joachim, auch nicht für sie, fragte auch nicht, was die beiden wohl nun mit Luise vorhätten, und so ging sie ...

Unsere Patientin war schwer krank, und eine heftig einsetzende Lungenentzündung nahm uns bei der schlechten Beschaffenheit des Herzens fast alle Hoffnung.

Am zweiten Tage abends wurde von Waltersburg aus wieder nach Katharinas Befinden gefragt. Ich schrieb auf einem Zettel:

„Joachim mag sich noch etwas gedulden; es ist bald aus.“

Am selben Abend hörte ich draußen vor den Fenstern ein helles Kinderlachen. Da sah ich Luise draußen. Stefenson hatte das Mädel um den Hals gefaßt und führte sie die Straße herauf.