Ich schwieg, und der Mann, der mir gegenüber am Gasthaustisch saß, schwieg auch. Er hatte die ganze Zeit, während der ich sprach, mit halb abgewandtem Kopfe dagesessen und hinunter nach Neustadt gesehen. Endlich stand Stefenson auf, nickte kurz mit dem Kopf, sagte: „Danke sehr! Guten Abend!“, nahm seinen Hut und [pg 54]ging aus der Stube, nachdem er den Kellner bezahlt hatte. Ich ließ ihn gehen.
*
Am nächsten Tage ließ sich Mister Stefenson bei mir in Waltersburg melden.
„Guten Morgen“, sagte er; „ich muß Ihnen sagen, daß mir das gar nicht paßt, daß ich John heißen soll.“
„Wieso – wieso?“ fragte ich verwundert.
„Ja, das hat mich verdrossen. Ein Kerl namens John hat mich nämlich mal furchtbar geärgert. Er hat die Frau geheiratet, die ich heiraten wollte. Ich mag nicht John heißen. Ich habe mir ein Adreßbuch geben lassen und nach einem einfachen, aber nicht zu häufigen Namen gesucht. Ich will Zuschke heißen.“
„Sie wollen Zuschke heißen? Warum – wieso – wo wollen Sie Zuschke heißen?“
„In Ihrem Sanatorium natürlich – in Ihrem Ferienheim –“
„Aber, Mister Stefenson, es existiert doch nicht, es ist doch ein Phantasiegebilde – eine Utopie –“
Da sah er mich fest an.