Er sank in einen Stuhl. Sein Schmerz war maßlos. Aber ich blieb kühl.

„Lieber Freund“, sagte ich, „es ist sicher für unsere Gründung ganz gut, wenn Sie familienlos bleiben, wenn Sie Ihre Selbständigkeit, den ruhigen, klaren Blick ...“

„Halten Sie den Mund! Kommen Sie mir nicht mit solchem Blödsinn. Satt hab ich’s, satt. Meinetwegen mag die ganze Geschichte hier zum Teufel gehen. Mir liegt an nichts mehr etwas, an gar nichts mehr!“

Er wand sich in dem Lehnstuhl, in dem er saß, wie in Krämpfen. Ich stellte mich ans Fenster und zündete mir eine Zigarre an. Da knirschte er:

„Sprechen Sie wenigstens; sagen Sie etwas zu mir. Das kann ich doch wohl verlangen.“

„Sie lassen mich ja nicht zu Worte kommen, Stefenson. Und dann, ich weiß selbst nicht, was ich zu der Sache sagen soll.“

„Jawohl, Sie machen sich eben nichts aus mir. Sonst könnten Sie sich jetzt nicht so pomadig eine Zigarre anzünden. Schöner Freund! Glauben Sie denn, daß sie mit dem Grafen, diesem neunmal gehörnten Kerl, glücklich sein wird?“

„Das kann ich nicht beurteilen.“

„Das müssen Sie beurteilen können! Sie müssen wissen, daß solche sogenannten Mesalliancen nie zum Glück führen, daß dieses Weib im Hause ihres gräflichen Gatten als Eindringling entweder gar nicht zugelassen oder sub Luder behandelt werden wird, daß der Mann ihrer überdrüssig sein wird, wenn ihre Schönheit verblüht, daß sie dann im Elend sitzen wird.“

„Das kann schon alles so kommen, es kann aber auch anders sein. Es kommt ganz auf den Mann an. Prophezeien kann niemand, höchstens unsere alte Wahrsagerin unten in Waltersburg.“