„Weil ich – weil ich – die Schuhbänder – Sie sind ein Geheimer ...“
Das Kind weinte noch lauter.
„Hallo! Seht nur da! Was hat denn der mit dem Mädel? Warum weint denn det Mädel? Haut ihn! Das is so eener! Wird er gleich das Kind in Ruh’ lassen!“
Ich war im Nu von einer Rotte Menschen umstellt. Einige Rowdies nahmen eine drohende Haltung an, Männer murrten, ein Weib kreischte mich an:
„Pfui über so ’nen Spitzel – ’n armes Mächen, wat sich ’n paar Jroschen verdient, feste zu nehmen ...“
„Is ja jar keen Jeheimer, is ja ’n solcher! Haut ihn!“
Die kleine Luise entschlüpfte mir, ein Schutzmann kam breit wie ein Hilfskreuzer auf die Gruppe zugesegelt, die [pg 65]alsbald um ihn und mich einen mehrfachen Belagerungsring schloß.
„Was ist los?“ fragte der Gesetzeshüter.
„Er hat ’n kleines Jöhr belästigt – er hat ’n Kind jemißhandelt – er hat ihr blutig jeschlagen – er hat jesagt, er is ’n Jeheimer, aber er is ’n Lump.“
Der Schutzmann stand wie ein Fels.