„Nee. Die Städter sein olles faule Luder. Se könn’ Heringe oder Leinwand oder Pillen verkoofen oder in a Stuben sitzen und kritzeln, aber arbeiten könn’ se nicht. Se schlafen ja olle bis um sieben.“
„Da haben Sie recht. Und glauben Sie, daß so ein Leben, wie es die Städter führen, gesund ist?“
„Miserablig ungesund is es! Se sehn ju olle aus wie Quargschnitten, und Kräfte ham se nich die Spur. Se verfauln reeneweg.“
„Bravo! Was Arbeit ist und was Gesundheit ist, weiß nur der Bauer. Nun wissen Sie aber, es gibt Badeorte, Kuranstalten.“
„Jawohl. Da gehn die allerfaulsten Ludersch hin; die Kranken pflegen sich lieber zu Hause.“
„Schön. Sie sind ein heller Kopf. Sie begreifen mich vollständig. Wenn man nun aber einen Kurort machte, wo keine feinen Villen und Hotels sind, nein, wo lauter Bauernhöfe wären und wo die Städter, die eine Kur machen wollen, mal auf dem Hofe oder auf dem Felde feste zugreifen und arbeiten müßten, das würde doch den Schlingeln gesund sein – nicht wahr?“
„Gesund schon! Aber das faule Kroppzeug wird sich schön hüten und arbeiten. Wenn se aufs Dorf komm’n, [pg 146]saufen se einem bloß die gute Milch weg und fressen die scheensten Birn’ von a Bäumen. Sonst tun se nischt.“
„Doch, doch, Herr Nachbar! Es wird schon Leute geben, die das Leben in der Stadt mal satt haben und durch die Arbeit auf dem Felde gesünder werden wollen. Das ist eine gute Idee, die hat ein Doktor ausgeknobelt.“
„Die Doktors verstehn alle nischt, die Schäfer sind klüger.“
„Das mag wohl sein; aber der Doktor, der das ausgeknobelt hat, der versteht schon seine Sache. Sehn Sie, kurz heraus: es soll eine Kuranstalt gemacht werden, die hat vierzig Bauernhöfe, und auf allen Höfen sollen die Kurgäste arbeiten. Und der Mann, der jene Anstalt gründet, ist eben jener Herr dort.“