„Nu ja, die werd’n ja überall behumpst.“
Der Mann betrachtete mich wie einen Zauberer, der Märchendinge vor ihm ausbreitete. Zuletzt erklärte er sich bereit, mit uns nach seinem Dorfe zu fahren und mit seiner Susanne Rücksprache zu nehmen.
Unterwegs sprach ich noch viel auf Emil Barthel ein. Er antwortete fast nicht mehr. Vor seiner kleinen Wirtschaft hielten wir. Das Wohnhaus hatte nur ein Erdgeschoß mit hohem Dach; Stall und Scheuer waren klein, aber es war ein Blumengärtlein vor dem Hause und alles sauber und freundlich. Ein behäbiges Weib in blauer Schürze trat vor die Tür, als Barthel vom Wagen kletterte:
„Nee, Emil“, sagte sie, „da haste nu sugar Fuhrgelegenheit gehabt und kummst su spät! Dabei sull a de Medizin fürs kranke Mädel hol’n.“
„Mutter“, meinte Emil, „wenn du mit sulchen Kerlen fährst, bleibste kleben. Sieh dir bluß den Schimmel an; der hat zwee eingeleimte Hulzbeene. Aber ’s sind amerikanische Millionäre, die haben vierzig Pauergüter und lauter Schlösser.“
Susanne lachte gutmütig.
„A hat een’ sitzen“, meinte sie. „Na, kumm ock rein!“
„Frau Barthel“, rief ich ihr zu, „Ihr Mann wird Ihnen viel zu erzählen haben. Glauben Sie nur, es ist kein Spaß, es ist Ernst. Wir fahren jetzt ins Gasthaus, und in etwa zwei Stunden werden wir mal zu Ihnen kommen. Wir müssen mit Ihnen ein ernstes Wort reden, und es wird Sie nicht reuen.“
Die Frau schüttelte verwundert den Kopf; ihr Gatte Emil aber tippte erst ihr, dann sich an den Kopf, nahm sie am Arme und zog sie ins Haus.