»Ja, ja, Häberle hat mich beschworen, zu warten,« sagte Harro, »aber es duldet keinen Aufschub. Ich komme deshalb schon früher, als ich darf.«

Er nahm erschöpft Platz und begann zu berichten. Er hatte für einen Parteifreund gutgesagt, die Forderung war ihm jetzt zugestellt, es mußte in kürzester Frist für Deckung gesorgt werden.

»Wieviel?« fragte Malte.

Als Harro eine namhafte Summe nannte, legte er entschieden den Bleistift auf die Tischplatte. »Ich bedauere, ich kann dir jetzt nicht helfen.«

Harro blickte erstaunt auf: »Du, der Mann, durch dessen Hände täglich ungeheure Summen laufen? Der Verbindungen hat wie keiner in unserer Stadt?«

»Das verstehst du nicht, Harro.«

»Gut, so schaffe Rat!«

Malte hob die Schultern. Er sagte, daß es leichter sei, eine Torheit zu begehen als sie gutzumachen.

Da wurde Harro erregt. »Du vergißt, daß es mein Geld ist, was ich fordere, und nicht das deine.«

Es war kein freudiges Wiedersehen. Malte warf dem Bruder Leichtfertigkeit vor, dieser berief sich auf sein Recht der freien Verfügung. Sie standen einander mit zornigen Augen gegenüber wie Kämpfer. Es war bei Malte beschlossen, daß er dem Bruder helfen müsse, doch daß dieser seine törichte Handlung nicht reuig ansah, das versteifte seinen Trotz. Mochte er doch die bitteren Folgen seines Leichtsinns schmecken! Er war auch in täglicher Bedrängnis. Unerhörte Forderungen drängten auf ihn ein.