Häberle ging. Lächelte er nicht? Malte schämte sich seiner schnellen Bereitwilligkeit, die dem andern auffällig war. Sein Stolz versteifte sich. Er nickte hochmütig, als die Frau grüßend eintrat, und sah an ihr vorüber.
»Setzen Sie sich!« Seine Hand wies flüchtig auf einen Stuhl, der in der Nähe der Tür stand.
»Heute bin ich noch nicht ermüdet«, entgegnete sie.
Er wiederholte die Aufforderung nicht, so standen sie sich wieder räumlich getrennt gegenüber. Malte hatte ihre Blätter sorgsam gebündelt, man sah ihnen nicht an, daß er darin gelesen hatte. Mit einer Handbewegung schob er ihr die Rolle entgegen. »Sie geben selbst zu, daß Sie ein Recht, zu fordern, nicht haben«, sagte er. »Eine Forderung würde ich auch stets unbeachtet lassen. Was ich Ihnen sage, gilt nur Ihrer bedrängten Lage.«
Sie blickte ihn unentwegt an, und unter ihren Blicken wurde es ihm unbehaglich. Was redete er nur, wo jemand auf Brot wartete!
»Ich will Ihnen, der Frau Jobst« — er hob das Wort bedeutsam —, »eine einmalige Unterstützung zuwenden, wenn Sie sich vertraglich verpflichten, auf meine Forderungen einzugehen.«
»Bitte«, sagte sie kurz.
»Sie versprechen auf ... Sie versprechen vertraglich sich nie wieder an mich oder an ein Glied meiner Familie mit einem Anliegen zu wenden oder sich auf alte Beziehungen zu berufen. Sie versprechen ferner, niemandem gegenüber Ihres früheren Zusammenhangs mit dem Hause Treß Erwähnung zu tun.«
Der Schein eines Lächelns glitt um ihren Mund, aber sie schwieg abwartend.
»Sie verpflichten sich weiter, die Stadt unverzüglich zu verlassen.«