Kam Malte nach diesen nächtlichen Gängen heim, fühlte er seine Glieder, als seien sie zerbrochen. Er zerrte seine Kleider vom Leib und warf sich nieder. Doch der herbeigezwungene Schlaf lähmte ihn mehr, als daß er erfrischt hätte, und bleicher noch als gewöhnlich, mit schmerzhaft brennenden Augen erschien er am nächsten Morgen in der Schreibstube.


Auch im Treßhof lag eine, die der Schlaf floh. Harro war verstimmt abgereist und hatte sie in Unfrieden zurückgelassen. Zerpflückter als je war er zum Weihnachtfest gekommen, und Marfas Zärtlichkeit hatte nichts von Wärme in ihm geweckt. Warum mußte sie, da sie ihn in diesem Zustand sah, auch mit ihrem Wünschen nahen!

»Harro, eine Bitte; die erste! Nimm mich mit dir, laß mich bei dir sein. Ich ertrag' das Leben hier nicht mehr. Dieses alte furchtbare Haus, und immer fern von dir. Ich lebe ja nur scheinbar von einer Rückkehr zur andern. Eigentlich bin ich abwesend, und nur, wenn du kommst, erwache ich.«

»Sind sie unfreundlich zu dir?«

»Alle sind sehr, sehr gut. Aber ist das Ersatz?«

»Du lebst hier angenehm. In der Hauptstadt müßtest du sehr vorliebnehmen.«

»Was bedeutet das mir?«

»Ich bin oft auf Reisen.«

»Ich werde dich begleiten.«