Als er innehielt, winkte Marfa Güldenfey zu sich. »Liebste, deinen Stein, bitte.«
Und Güldenfey nahm den Amethyst von ihrem Halse und legte ihn auf Marfas Brust.
Harro trifft nach einer Nacht, die er im Zuge zugebracht, in Berlin ein und betritt müde seine freudlose Wohnung. Ein ansehnliches Häuflein Postsendungen erwartet ihn. Die Durchsicht muß warten, bis er ausgeruht ist. Aber die Depeschen. Er öffnet eine, liest, erschrickt, öffnet die andern und zuckt zusammen.
In diesem Augenblick schellt es. Er geht selbst und erfährt jetzt, daß es höchste Zeit ist.
Der Zug steht schon zur Abfahrt bereit, als er den Bahnhof keuchend erreicht. Wird er genügend Geld bei sich haben? Die Preise schnellen von Tag zu Tag in die Höhe. Ein Bruchteil fehlt, und der Mann am Schalter will ihm die Karte nicht aushändigen.
»Bitte, ich muß zu einer Sterbenden.«
Der Mann hinter dem Glas zuckt bedauernd die Schultern. Eine unsagbare Bitterkeit steigt in Harro auf. Zurück? Dann erreicht er den Zug nicht mehr. Und wer leiht in dieser Zeit einem Fremden?
»Meine Frau!« stammelt er.
»Ihre Frau?« fragt eine Stimme hinter ihm, und ein Herr erbietet sich, ihm auszuhelfen. Nie sind Dankesworte inniger gewesen.