Häberle dankte und erhob sich. »Ich mußte meine Bedenken aussprechen«, sagte er. »Im übrigen werde ich meine Pflicht tun wie bisher.«

Malte blickte lange auf die Tür, die sich hinter dem Treuen geschlossen hatte. Die Gedanken zerrten an ihm. Da hörte er über sich den leichten Schritt Fraukes. Er tauchte die Feder ein, um den angefangenen Brief zu beenden. Es gab kein Zurück mehr.


»Kind,« sagte Ose zu Güldenfey, »drunten bei Mellins sind sie in Aufregung. Es ist irgend etwas bei ihrem Mariechen nicht in Ordnung. Wolltest du nicht hören, wo es fehlt?«

Mellin erhob sich aus seinem Stuhl, als Güldenfey eintrat. Er strich unaufhörlich seinen langen Bart, was bei ihm ein Zeichen war, daß er den Sturm seines Inneren besänftigen wolle.

Frau Mellin kam herbei und nahm Strickstrumpf und Wollknäuel vom Sofa, um für den Gast Platz zu schaffen. Also Fräulein Fink hatte es oben schon erzählt. Es war ihr lieb, daß das gnädige Fräulein kam, so hatte sie doch eine Bundesgenossin gegen den Mann.

Mariechen war krank. Ein verjährtes Leiden war zum Ausbruch gekommen; der Arzt verlangte schnelle Überführung in das Krankenhaus. Es war ein gefährlicher Eingriff nötig. Die alte Frau weinte in ihre Schürze.

»Aber was ist denn dabei zu bedenken?« fragte Güldenfey. »Trauen Sie den Ärzten nicht, Mellin?«

Mellin winkte abwehrend mit beiden Händen, und seine Frau fuhr jammernd fort: »Es ist wegen des Geldes«, sagte sie. »Mariechens Mann kann es nicht beschaffen. Ich bitte Sie, gnä' Fräulein, ein Beamter, und in dieser Zeit! Und nun hat er das alles geschrieben und uns vorgestellt, und Mellin hat doch gespart, und es liegt auf der Kasse.«

»Aber Mellin, bedenken Sie doch!« sagte Güldenfey. »Es handelt sich ja um Ihre Marie und scheint doch gefährlich zu sein.«