»Warum solltest du?«

»Du sagtest gestern, ich sollte zu dir stehen.«

»Bin ich dessen sicher?«

Sie nickte ihm zweimal bedeutsam zu.

»Dann geh ruhig deinen Weg, kleine Güldenfey. Mit alledem werde ich schon allein fertig«, sagte er herzlich.

Pastor Thomasius schickte sich an, Güldenfey zu begleiten, und die drei traten in das Haus am Markt.

In dem unteren Stockwerk, wo die Schreibstuben lagen, war ein gedämpftes lebhaftes Treiben. Der alte Chef war begraben, es wehte frischer Wind. Zwar bot die Zeit des Geschäftlichen nicht allzuviel. Man stand abwartend, mit geneigten Köpfen da: Gesetze wurden über Nacht aus der Erde gestampft, und hinter besetzten Grenzen plante feindlicher Sinn das Verderbliche. Dennoch zitterte die Erregung in jedem Wort und Tritt.

Malte entließ Herrn Häberle, als die Brüder eintraten. Er war sehr freundlich und führte sie hinauf. Die Zimmer lagen im Sonnenlicht, das sich durch die Spalten der resedenfarbenen Vorhänge schob. Malte zeigte sich als der liebenswürdigste Wirt.

»Nein, setz' dich hierher, Jörg, dieser Stuhl ist bequemer! Und du, Harro? So, du hast schon gewählt. Wollt ihr etwas genießen?«

Harro, der ewig Durstige, schien nicht abgeneigt, aber Jörg sagte so bestimmt nein, daß er keinen Wunsch äußerte.