Nur den Kopf hochhalten, solange Häberle zugegen ist, dachte er, nur so lange! Wenn das Schiff leck geht, darf der Führer nie gelten lassen, daß Gefahr besteht. Und die Brigg geht leck vor dem Sturm. Er strich sich mit der Hand nicht über die Stirn, er seufzte nicht einmal.
»Nun, Herr Häberle?« sagte er fast heiter.
Häberle nickte einige Male bedächtig. »Haben Sie für diesen Fall bereits Bestimmungen getroffen, Herr Konsul?«
Malte verneinte; er war voller Zuversicht gewesen, daß der Vertrag gehalten werde. Wie hatte Harro gesagt? Wir haben einen Krieg verloren, aber nicht Ehre und Gewissen. Auch nicht Treu und Glauben, das kostbarste Kaufmannsgut? Doch, doch! Im alten Treßhaus war das Wort gesprochen worden vom Totschlag des Gewissens, und er, Malte Treß, hatte dazu geschwiegen.
»In diesem Falle rate ich, das Anerbieten sofortiger Rückerstattung des Kapitals anzunehmen«, sagte Häberle. »Die Entwertung schreitet weiter vor, keiner weiß, wie weit wir gleiten.«
Malte war andrer Meinung, doch er hielt sich zurück. Da war die Kündigung, aber sie stellte weitere Erklärungen in Aussicht. Gleich nach dem Fest wollte er Usadel aufsuchen. Er mußte ihn sprechen, koste es, was es wolle. Man würde verhandeln, vielleicht ließe sich alles schlichten. Dies war doch wohl nur eine Drohung, deren Folgen sich vermeiden ließen.
Er äußerte etwas Ähnliches.
»Jeder Tag ist äußerst kostbar«, warnte Häberle. »Soll ich nicht schon heute vorfühlen?«
Ja, das könnte man tun, nur nicht Verbindlichkeiten eingehen.
»Es ist eine große Verantwortlichkeit uns auferlegt«, fuhr Häberle fort. »Herr Konsul, ich würde raten, mit dem Hause Poppelmann in Verbindung zu treten und Rat zu erbitten.«