Wie der Stein auf der Straßen ...

Die Worte wurde er nicht wieder los, bis er in den Bahnhof der Heimatstadt einfuhr.

Frauke blickte ihn an, als er eintrat, fragte aber nicht. Da schwieg auch er. Die pflichtgemäßen Grüße waren bald ausgerichtet. Dann einige Besprechungen mit Häberle. Er erfuhr, daß jede Annäherung mißglückt war. Also nach Berlin!

Malte graute vor dem Weg, den er beschreiten wollte, dem Weg der Demütigungen. Ihn allein gehen müssen, das war das Fürchterliche.

An dem Abend vor seiner Abreise ging er noch in den Treßhof, um aus dem Geheimschrank einige Akten zu nehmen. In Güldenfeys Zimmer brannte Licht, er stieg hinauf.

Güldenfey war allein, sie war oft seit Marfas Tod allein. Ein flüchtiger Gedanke streifte Malte, daß es nicht recht sei, das Kind sich selbst zu überlassen. Ose war freilich da, aber ... Der Treßhof war so still geworden; wie ein totes Gewölbe umschlossen seine alten Wände dies junge Leben.

»Ist es dir nicht zuweilen unerträglich, hier zu hausen?« fragte er sie.

Güldenfey sah ihn verwundert an. »Warum, Malte?« fragte sie. »Es ist ja unsre Heimat.«

»Aber dieses Alleinsein!« Er stand auf und wanderte planlos umher. »Und wenn es zehnmal die Heimat ist, wer in ihr vereinsamt, müßte der nicht leiden?«

Er hielt ihr sein Gesicht wie ein geöffnetes Buch entgegen, und sie las darin, las, daß seine Worte gar nicht ihr galten. »Malte,« sagte sie, »willst du ...«