»Ist es nicht wahr?« schrie Harro, der sich jetzt entschränkt fühlte. »Alles ...«
Doch er sprach nicht weiter. Güldenfey hatte sich erhoben und schützend ihre Hände ausgebreitet. »Sprich nicht weiter, Harro. Erst höre uns an.« Sie zog ein Papier heraus und entfaltete es. »Von Jörg,« sagte sie feierlich, »und ich bin befugt, es hier auszusprechen: er verzichtet auf seinen Vermögensanteil. Hier, Onkel Rolf! Und ich, Malte, schließ mich ihm an. Du kannst unsertwegen unbesorgt sein, Malte. Willst du es von mir auch schriftlich haben?«
Alle blickten Güldenfey an, auch Frauke.
»Ja, Jörg!« rief Harro unmutig. »Der verdient sein Brot und ich schließlich auch. Aber du, Güldenfey!«
»Auch das darf euch nicht Sorge machen«, sagte sie. »Jörg und ich haben beschlossen, daß ich zu ihm gehe.« — —
Ssssiii — — — jüh! rast der Wind. Zwei Menschen kämpfen sich durch die Straßen, zwei Menschen, die nichts mehr miteinander gemein haben, die sich unter dem zerfegenden Druck des Sturms nicht die Hände reichen, sondern die voneinander streben. Ein Dachziegel wird vor ihre Füße geschmettert. Malte ergreift unbewußt Fraukes Arm, um sie zurückzuziehen, fühlt ein deutliches Widerstreben und zieht schnell die Hand wieder an sich.
Eine Tür tut sich vor ihnen auf und schließt sich hinter ihnen, sie sind in ihrer Wohnung. Frauke legt ab und tritt zu Malte. Jetzt wird es kommen, denkt er, will ihren Namen nennen und verstummt, da er sie ansieht.
»Es ist das beste, ich verabschiede mich jetzt von dir«, sagt sie. »In zwei Stunden fährt mein Zug.«
»Du willst nach Hamburg reisen?« fragt er, und als sie nickt, fährt er fort: »Ich dachte es mir, es gibt hier allerlei Bitteres zu kosten. Natürlich, es ist besser für dich.«