Ein Lachen kam aus dem Zimmer hinter ihm. Er wandte sich überrascht um. Da saß Frauke, die Hand an die Wange gelehnt. Er hatte sie vergessen. »Ich dachte, ich sei allein. Verzeih!«
»Es ist Unsinn,« sagte sie, »aber recht hat er doch!«
»Du meinst Jörg?«
»Ja, an ihn dachtest du doch.«
Malte erstaunte. »Du sagst, er habe recht?«
»Was er werden wird, ist nebensächlich. Eigentlich mag ich diese Leute nicht. Ich kannte einige, die wuschen sich nicht genug. Aber daß Jörg für das eintritt, wofür er die Fähigkeit besitzt, ist ehrenhaft. Du wirst ihn auf seiner Bahn nicht aufhalten.«
Malte erstaunte noch mehr. War das nicht gegen sie gesprochen, was Jörg da vorgebracht? Und sie achtete dessen großmütig nicht. Er empfand diese Gerechtigkeit als ein Eintreten für seine Familie, auf die sie immer ein wenig herabsah.
»Frauke!« sagte er dankbar und streckte die Hand nach ihr aus.
»Was ist?« fragte sie kühl. Nun, sie war jedem Gefühlsüberschwang abhold. Augenblicke wie diese kamen, aber sie gingen schnell vorüber. Immer hielt sie ihn auf Armeslänge von sich fern. Es ernüchterte ihn nicht einmal mehr. Ihre Art war eben so frostig.
Er ließ die Hand, die sie nicht ergriffen, wieder sinken, aber er begann zu ihr zu sprechen. »Ach, Frauke, es dringt jetzt zu viel auf mich ein. Unser Vermögen stark verringert, die Brüder beide andrer Arbeit zugewandt. Wir müssen wieder hochkommen, und ich bin allein!«