Das geringe Zeichen von Fraukes Anteilnahme öffnete ihm den Mund. Sie, die eigentlich in einer andern Zone lebte und immer mehr betrachtend als teilhabend auf das Treiben um sie blickte, ermunterte ihn nie. Jetzt aber schien es Malte, als müsse er ihr als Dank geben, was jede Frau als ihr Recht gefordert hätte.

Der Kornhandel, die Erwerbsquelle der Treß, war nicht mehr förderlich. Die Zwangswirtschaft knebelte ihn, und das konnte noch lange andauern. Man mußte andres versuchen. Eine Bank. Herr Häberle kannte die Art der Geschäfte, und Onkel Rolf riet dazu. Man mußte Kenntnis haben von dem Rinnsal des Geldes, das aus geheimen Gründen floß. Diese waren wie Trichter, die zuzeiten alles in sich sogen und dann wieder eine unersättliche Fülle von sich spien. Ein paar Dutzend Köpfe, vielleicht nur drei oder einer, leiteten Flut und Ebbe, in der Völker ertranken oder verschmachteten, die das Steigen oder Fallen der Verhängnisse hervorriefen.

»Usadel! Julius Usadel! Hast du von ihm gehört?« Er sprach den Namen leise und wie etwas Ehrwürdiges aus.

»Ich kenne ihn«, sagte Frauke. »Der Vater ...«

Sie vollendete nicht. Wer war er? Woher kam er? Keiner wußte es. Er war da und herrschte. Herrschte lautlos, aber jeder sprach mit Scheu von ihm, in Kalifornien wie an der chinesischen Mauer. Wenn es gelänge, mit ihm anzuknüpfen! Es mußte gelingen. Freilich mußte das Haus, das er würdigen sollte, auf breiterer Unterlage stehen.

Frauke sah verwundert auf ihren Mann, der, von seinem Gedanken durchglüht, im Zimmer auf und ab schritt. Wie kamen ihm diese weitreichenden Pläne? Er sah stattlich aus wie damals, als er in Harvestehude um sie warb, seine Schönheit trug etwas Gebieterisches. So mußten die Männer ausschauen, die die Töchter der Hanse freiten.

»Wir sprachen doch von Jörg«, sagte sie.

»Die Linie läuft hierauf aus«, entgegnete er. Er blieb vor ihr stehen, sah sie an, und sie verstand sofort.

»Das heißt, du gebrauchst Geld für das Unternehmen?«

Er bejahte nicht, doch seine Haltung sagte alles.