»Ich werde mit meinem Vater reden!«

»Und du glaubst ...« fragte er zaghaft. Der genau bedingte Ehevertrag fiel ihm wieder ein.

»Über mein Mütterliches habe ich freie Verfügung«, sagte sie.

»Frauke!« rief er überwallend und ergriff ihre Hand.

»Wie?« fragte sie. Sie sah ihn wieder kühl an und zog ruhig ihre Hand zurück. Ein Schwärmer? fragten ihre Blicke. Sie neigte den Kopf ein wenig und ging. Auf der Schwelle wandte sie sich noch um: »Du weißt, Torheit in Geschäftswagnissen würden Vater und ich nie verzeihen.«

»Sei unbesorgt«, erwiderte er und lauschte beglückt auf das Klingen der feinen Ringe, als sie den Arm hob, um die Perlfäden des japanischen Türvorhangs zu spalten.

Er trat noch einmal an das Fenster und sah zum Wülflamhaus hinüber. Er fühlte es, wie frei seine Stirn war. Ein Ausfall in seiner Berechnung! Aber auf der Haben-Seite war ein Glücksfall zu verbuchen. Würde er die Aussicht auf einen Erben bald danach eintragen können? —


Harro und Jörg gingen, um Güldenfey zu treffen. Es wehte ein herber Wind, doch der goldene Sonnenmantel, der auf der einen Straßenhälfte lag, wärmte angenehm. Harro war in Aufregung. »Dein Plan ist ja verrückt. Statt ein sicheres Brot zu wählen, Musik machen und Menschen bekehren! Diese Gesellschaft! Nun, du wirst sie bald richtig einschätzen lernen. Und Malte hast du auch vor den Kopf gestoßen, daß seine Pläne wanken. Aber alle Achtung! Geltend hast du dich gemacht. Ein Treßscher Kopf bist du!«

Jörg ging neben ihm, hörte ihn an und sagte nichts. Harros Entzücken kam schnell und brauste bald ab, das wußte man. Sie schritten an Sankt Johannes Evangelist vorüber.