Harro war in fröhlichster Laune. Es gefiel ihm, daß er die Seele seiner Frau ganz erfüllte, und seine Worte wurden wieder von dem lauten Ton getragen, den während der Brautzeit ein bittendes Werben gesänftigt hatte.
»Marfa kann jetzt richtig lachen, ich hab' es sie gelehrt«, rühmte er. »Paßt auf, ich will es euch beweisen.«
Sie standen auf der überdachten Terrasse, Harro ging und kam bald darauf mit Telge zurück.
»Telge wird uns den Panitzenschuhtanz vorführen«, erklärte er. »Nun, Telge, zeigen Sie, daß Sie noch mehr können als steuern.«
Und Telge hockte nieder, sprang und sang in seiner Mundart, wobei er fortwährend seine Schenkel schlug: »Juchhe, Panitzenschauh! Juchhe, Panitzenschauh!«
Er war sehr komisch, und Marfas Lachen erscholl wirklich herzhaft, aber sie blickte dabei Harro an, ob er nun zufrieden sei. —
Ein selbstverständliches Gefühl ließ Jörg und Güldenfey am nächsten Tage weiter ihre stillen Wege suchen. Auf dem Vogeleiland, einer Heilisoe vorgelagerten flachen Erdwelle, waren sie noch nicht gewesen, dorthin wollten sie, bevor Jörg abreiste. Der dürre Sand war mit bleichen Kieselbrocken durchmengt, der Wind bog das harte Strandgras und schrieb mit den Spitzen wie mit Griffeln seltsame Zeichen in den Sand. Strandläufer und Kiebitze schrien kläglich, und emsige Spinnen, winzig klein, hasteten über Vogelspur und um die Reste braungesprenkelter Eierschalen.
Soll ich ihn fragen? dachte Güldenfey. Aber auch in dieser weltfernen Abgeschiedenheit schloß etwas, das warnte, ihren Mund.
»Ob Telge morgen zeitig genug hier sein wird?« fragte Jörg, als sie am Strand zurückgingen. Malte hatte das Boot durch Fernspruch zur Stadt befohlen.
»Also wirklich morgen?« sagte Güldenfey. »Jörg, ich muß ... glaub' mir, ich muß dich etwas fragen.«