»Natürlich«, sagte Harro. »Man wird mich in Berlin erwarten.«
Er war so erregt, daß er nicht daran dachte, mit Marfa sich zu besprechen. Es war ja alles aufs beste geregelt: sie blieb im Treßhof, ihn forderte das Leben.
»Ich fahre mit ihnen«, sagte Jörg zu Güldenfey.
»O Jörg! So enden unsre schönen Tage!«
Aber sie erkannte, daß, nachdem dieser Schlag gefallen war, auch auf den Dünen von Heilisoe kein Platz für die Freude mehr sei.
Die überstürzte Abreise der Brüder glich fast einer Flucht. Die beiden Frauen standen am Bollwerk und winkten dem Boot mit matten, hoffnunglosen Händen nach.
In der Ferne tauchte die siebentürmige Stadt auf. Jörg stand vorn am Steven und nahm das Bild in sich auf. So blickten einst die heimkehrenden Hanseaten stolz der Heimat entgegen, wenn sie von reichen Fahrten zurückkamen. Was sie heimbrachten, sollte der Stadt Zierde sein, der Heimat Ruhm. Heute? Die Jetzigen dachten nur an Selbstbereicherung. Das war der Weg zur wahren Freiheit nicht. Aber wo war der zu suchen, der Rückweg nach Heilisoe?
Das Volk in Not
Was für ein Treiben begann jetzt im Haus am Markt? Die Herren vom Rat staunten, man sprach bei den sonntägigen Zusammenkünften im alten verräucherten Weinkeller davon; die Olrogges machten runde Augen. Der alte Aldermann des Schneidergewerks wartete nach einer erregten Sitzung im Vorsaal auf Onkel Rolf, um ihn zu begleiten.
»Herr Justizrat, ist es wahr, was ich hörte? Ihr Neffe wird eine Bank eröffnen?«