»Nun, schönes Fräulein Güldenfey! Einen vergnügten Spaziergang gemacht?«

»Verzeihen Sie, ich kenne Sie nicht«, stammelte Güldenfey erschrocken.

Die Frau lachte rauh. »Das will ich glauben. Es ist lange her, seit wir beide unter einem Dach wohnten.«

Güldenfey erbebte. Was war das für ein unangenehmer Geruch, den die Frau ausströmte? »Ich weiß nicht —«

Da griff Klaus ein: »Bitte, uns nicht zu belästigen!«

Jetzt wandte sich die Frau ihm zu. Ihre glitzernden Augen wurden dunkel im Groll. »Sie? Was hätte ich denn mit Ihnen zu schaffen?«

»Schweigen Sie! Lassen Sie sofort den Wagen halten. Sofort, oder —«

Klaus' Stimme schnarrte, als stände er auf dem Exerzierplatz. Als die Frau noch nicht Miene machte, ihm zu willfahren, riß er das Glockenseil so heftig, daß der Wagen gleich darauf stand. Er sprang ab und reichte Güldenfey die Hand. Noch einen Blick warf diese auf die Frau. Das Gesicht war verwüstet, verwildert, aber hinter der rauhen Schrift lag die Glätte einer versunkenen Schönheit, und etwas wie ein Erschrecken ließ sie jetzt erstarren.

Güldenfeys Glieder zitterten. »O Klaus, wer war das?«

Klaus murmelte vor sich hin: »Unglaublich! Jetzt drängt sie sich uns schon öffentlich auf.«