Zaghaft blieben die Frauen stehen. »Können wir wohl hier weitergehen?«

Ein Soldat trat ein wenig vor. Die Menge wich nicht.

»Bitte, dürfen wir durch?« fragte Güldenfey. »Wir waren hier auf Besuch und wollen nach Hause.«

Schweigen, Trotz. Ein unflätiges Wort drang aus der Menge, eine Lache schlug auf. Güldenfey erbleichte.

»Pöbel!« sägte Frauke mit zusammengebissenen Zähnen.

»O bitte!« Güldenfey hob die Hände. Bat sie um den Durchlaß oder um Verzeihung wegen des bitteren Wortes?

Allein die Männer fletschten grinsend die Zähne. Die Verlegenheit der feinen Damen befriedigte sie aufs höchste.

Plötzlich rief eine helle Kinderstimme: »Vater, laß sie doch gehen. Das ist ja Güldenfey.« Ein blasses Mädchen schob und zwängte sich durch die Menschenwand. »Sie hat uns doch Brot geschenkt!«

»Kennst du mich, Kind?« Güldenfey kniete nieder und legte einen Arm um das Mädchen. In ihrer Stimme jauchzte etwas, nicht befreite Angst, sondern Freude. Sie streichelte das verwirrte Haar. »Wie heiß du bist. Bist du nicht das Lieschen vom Katerberg?«

Wie waren sie alle so still! Soldaten, rauflustige Männer und zeternde Frauen blickten jetzt betroffen, entspannt auf das zärtliche Bild.