»Kommen Sie!« sagte die Kleine und ergriff Güldenfeys Hand.

Die Wand spaltete sich. Kein Wort fiel auf sie. Das Kind leitete sie sicher durch die Menge, die ihnen stumm Platz machte.

»So wären wir also durch den Mob vom Mob gerettet«, sagte Frauke, als sie durch das Tor schritten.

Güldenfey antwortete nicht. Frauke hätte sie doch nicht verstanden. Auf dem Markt nahm sie eiligen Abschied.

Sie eilte wie auf Flügeln nach Hause. Ein Sieg, ein Sieg! Die Menschen, die an ihr vorübergingen und mit einem Blick ihr Gesicht streiften, wunderten sich über den strahlenden Glanz dieser Augen. Sie konnten freilich nicht wissen, daß es der verklärende Schimmer war, den ein feierliches Gelöbnis um den Gelobenden breitet.

Das Tier

»Nein!« sagte Güldenfey. »Nein, Klaus.«

Klaus zupfte an seinen Handschuhen und sah verlegen zu Boden. »Warum nein? Weißt du denn, was ich will?«

»Ich weiß es. Bitte, sprich nicht mehr.«

Sie saßen in Güldenfeys Zimmer, das voll warmen herbstlichen Sonnenscheins war. Des Mädchens Augen wanderten über die glänzend gebohnerten Möbel aus hellen Hölzern, die schon in der Mutter Mädchenstube gestanden. Was sagten diese lieben Biedermeierdinge zu dem, was hier gesprochen wurde, diese Säulenuhr unter dem Glassturz, deren Pendel emsig die Sekunden zählte, der Rundtisch mit dem vierfachen Fuß, dieser kleine Spiegelschrank, der die Sammlung alter Seltsamkeiten barg, und das mit Fadeneinlagen gezierte Sofa? Alles, alles hatte für sie Laut und Stimme, wenn sie allein hier war. Warum schwieg denn jeder Gegenstand heute?