Und die Erlösung? dachte Güldenfey. Es muß doch eine Erlösung sein.

Seine Worte schlugen wie Hammerschläge. Die Hörenden packte es wie ein Schauer, in dem sie fröstelten.

»Gelobt ihr, euch frei zu halten von der Befleckung des Ungerechten und das Gebot eures Königtums zu erfüllen?«

Er blickte sich fragend um. Die Menschen hatten die Köpfe gesenkt.

»Sagt, daß ihr es wollt!«

Plötzlich rief Frau von Ebel: »Ja, wir wollen es!«

»Ja, ja! Amen!« sagten die andern.

Sie waren in heiliger Verzückung, sie hätten sich wie die Geißlerscharen der großen Pestzeiten inbrünstig mit knotigen Stricken blutiggeschlagen, um ihr Volk zu erlösen. Einige warfen sich auf die Knie, andre vergruben ihr Gesicht in gefaltete Hände. Schluchzen, Stöhnen füllte den Raum.

War dies die Erlösung? Güldenfey dachte an Jörgs Erzählung von der Versuchung. Er mußte erst nahen, der Stille, Wartende, der unter den Bäumen harrte, bis seine Stunde reifte. Bis dahin durfte man nur auf das Winken seiner Augen achten. —

Leise, wie sie gekommen, entfernten sich die Versammelten. Beim Hinausgehen nickte mancher Güldenfey freundlich zu.