Der König. Mein Freund kennst du auch im Dorf einen gewissen Isidor?
Isid. Der bin ich!
Der König, (der ihn steif beschaut, und lächelt.) Du selbst? Wo warst Du mein Freund, wenn ich fragen darf?
Isid. Herr, ich war bey Hofe, wo Menschen und Thiere Spitzbuben sind! Ich wollte das Nest um viel Geld nicht wieder besuchen. Doch der König, der von allem nichts weiß, ist frey gesprochen.
Der König. Das ist schön gedacht! Dörfte ich wohl um eine Erzählung dieser Begebenheit bitten, vielleicht kann ich Dir Dienste leisten.
Der alte Edelmann erzählte alles mit einer naifen Aufrichtigkeit, die den König ergötzte, und er begehrte von ihm, er sollte ihn unverzüglich zum Hause des alten Jonas führen. Sie nähern sich allmählich dem Dorfe. Schon von ferne lauert auf einem Hügel Lindor auf seinem Stock gelehnt, und erwartet mit Sehnsucht den Onkel. Er erblickt ihn kaum, so fliegt er ihm mit zärtlicher Begierde entgegen, und ist voll Hofnung, weil er ihn mit Stadtleuten erscheinen sieht. Der Onkel, der noch ein bischen verlegen ist, winkt ihm nur, und sagt ihm einige Hofnungen zu. Der König beschaut mit Vergnügen den schönen Jüngling, und freut sich schon im Herzen über den Segen, den er bald über so würdige Geschöpfe ausgiessen wird.
Man nähert dem Hause des alten Jonas. Rosalchen ist die Erste, die den Fremden gastfreundlich entgegenhüpft. Sie war so schön wie ein Engel, nur eine schwermüthige Blässe betrübte ein wenig ihr reizendes Antlitz. Der König liebkosete dem Mädchen, das sanft erröthete, und ihrem Vater rief.
Der König. Herr Jonas willkommen! —— Auf ein Wort im Vertrauen! —— Ich komm vom Hofe, der König ——
Jon. Unser König soll leben! —— Bedarf Er Steuern? Er soll fodern, mein Gut steht zu seinem Dienste!
Der König. Meinen Dank in seinem Namen! —— Du bist ein Biedermann!