Fredrik reckte die Hand und versuchte den Stern zu pflücken wie eine Blume. Und er träumte die ganze Nacht von dem schönen, blanken Stern.

Und jeden Abend, wenn ihn die Mutter entkleidet hatte, sprang er ans Fenster und griff mit dem hageren Ärmchen den Stern. Er verschloß ihn mit der kleinen Faust und trug ihn in den Traum hinüber. Dort schien er die ganze Nacht so hell, so hell.

Da machten die Kinder mit dem Lehrer einen Spaziergang. Fredrik ging anfangs ganz still zur Seite des Magisters und suchte den Boden ab. Bis ihn zwei größere Buben beim Arm nahmen und mit fortrissen.

Er kam bald in Feuer und war der schnellste Junge. Er sprang wie ein abgekoppeltes Fohlen querfeldein: Greift mich! Greift mich!

Doch als die Buben einen Graben übersprangen, gab die Erde plötzlich nach und klaffte breit auf.

Unten war die Hauptsohle des Schachtes.

Der Lehrer drehte sich ein paar mal im Kreise. Irr. Dann war er mit einem Satz zur Stelle und sah ganz unten den Jungen auf einem Gesteinsblock liegen.

Die Rettungsmannschaft von der Grube kam und holte den zerschundenen Körper herauf. Das Haar war mit Blut verklebt, und die Beine hingen schlaff herunter wie an Zwirnfäden.

„Diesmal wird es sein Tod sein,“ sagte der alte Doktor.

Und die Spitalweiber grinsten und hoben die dürren Finger: „Ja, sein Tod wird es sein.“