Antje fuhr wild auf und verbat sich solche Reden.

„Jungchen soll nie und nimmer zur Grube. Er wird überhaupt nicht arbeiten gehn!“

Das sagte sie auch dem Pfarrer, als Fredrik zur Kommunion ging.

Die Spitalweiber, die auch in der Kirche waren, sahen den Jungen fremd wie einen Toten an und bekreuzten sich.

Im Spätsommer kam der große Auszug. Der Staat hatte das Dorf geschlossen. Am jenseitigen Ufer war unterdessen eine neue Kolonie errichtet. Da war die Erde noch nicht angebohrt. Und die Bäume standen grün und saftig in den Blättern.

Das alte Dorf sollte niedergesprengt werden. Von der Genietruppe hatte man zwanzig Mann gesandt, die legten überall Sprengschüsse, um die elenden Hütten dem Boden gleichzumachen. Und auf den abgesperrten Gassen standen Posten mit geladenem Gewehr, damit niemand mehr in das Dorf zurückkehre.

Antje hatte ein schönes, weißgekalktes Häuschen bekommen. Fredrik half wacker beim Einräumen der Sachen. Plötzlich vermißte Antje zwei Speckseiten. Da fiel ihr ein, daß sie die im Schornstein hatte hängen lassen.

Und Fredrik hatte sein Bildchen unter dem Ofen vergessen. Er gab sich das aber nicht bloß. Antje jammerte um den schönen Speck.

„Mutter,“ sagte Fredrik ganz heftig, „heut abend, wenn die Soldaten in der Schenke sind, holen wir den Speck!“

Antje wollte nichts davon wissen, wie sehr auch der Verlust des Speckes schmerzte.