„Die Erde kann sich auftun und dann haben wir wieder das Unglück. Nein, nein! Laß man den Speck.“ Das sagte sie Fredrik.
Aber Fredrik, der das Bild nicht missen wollte, quälte die Mutter immerzu.
Sie fröstelte und fluchte, die Hände schlaff im Schoß. Sie dachte das wieder aus, das Furchtbare, das dem jähen Unglück vorausging. Josef, Maria! Das Unglück! Nein, nein!
Doch Fredrik ließ nicht nach, bis die harten Linien des Zornes in ihrem Gesicht verschmolzen.
Und als es Abend wurde, nahm Antje den Jungen und sie gingen miteinander hinaus.
Sie holperten schweigend den Weg hinunter, weiter und nach dem Fluß hin. Die Brücke schwankte und stöhnte laut wie eine Vergewaltigte. Und der Stern, den Antje suchte, kam nicht. Schauer rieselten dahin.
Durch den dicken, trägen Dunst schaukelte das Dorf heran. Ein armseliges Ausgestoßenes hinter den Schachttürmen und Erzmühlen. Der Schein der Hochöfen lag darüber wie aufgelöstes Blondhaar von Millionen Frauen.
Da flammte das hohe weiße Kreuz, das sie dem Israel hatte setzen lassen, auf und überschwemmte alle Gräber.
Sie riß den Jungen zurück, wollte ihn hinbetten an die offene Brust, daraus sieben Schwerter starrten. Sie riß den Jungen zurück. Etwas schnürte ihr die Kehle zu. Ein Blutschrei, der hinaus wollte.
Und sie fühlte des Knaben Abwehr wie eine gemeine Schändung und konnte doch nicht die magern, abwehrenden Hände halten.