Plötzlich fühlte er einen harten runden Gegenstand, der an einer Schnur hing. Dieses fremde Ding machte ihn neugierig zittern. Er mußte das Feuerzeug schlagen. Das Feuerzeug an der Sprengpatrone.
Schwer rollte der Donner über das tote Dorf und die Erde spaltete klafterweit.
Knirschen und Krachen von Gebälk übertönte das Brausen der Hochöfen. Und Wände und Estrich und Dach knarrten, polterten, wälzten sich in den Abgrund hinein. Rauch und Staub jagten wie ein Wetter davon, und die Nacht flatterte auf mit blutigen Tüchern.
Die aber, die auf dem Stein an der Umzäunung saß, sah alles mit aufgerissenen Augen und schlug hintenüber, als die Explosion über die Erde fuhr und das Dunkel zerfetzte.
Und unten aus dem grausen Spalt lachte und wieherte gellwahnsinnig der Tanz zweier Stimmen, die sich verschwisterten. Lachten, posaunten, rollten weiter und immer ferner scholl das Gelach: Huhu — huhu — huhu — huhu — hu — huhu.
Huhu — huhu sprang Antje aus der Betäubung auf und rannte querfeldein. Blutrote Fragen vorauf. Sie breitete die Arme aus. Die Schatten überschlugen sich, verwirrten sich in der gräßlichen Lache, oh das Unglück! oh das Unglück!
Das war wie eine Beschwörung. Wie eine Erlösung.
Und es war kein hohles Echo, das tausendstimmig zurückdonnerte aus der zerklüfteten Nacht. In dichten Scharen kam es von der Grube und von der neuen Siedlung.
Und sie wußten alle, daß einer fort mußte von der Welt. Einer, dessen Tag nun gekommen war, wie sie es vorausgesagt hatten mit lästerlichen, kalten, trostlosen Worten.
Sie suchten triumphierend Antje. Ihre Blicke glühten wie in der Extase des Rausches. Es war ein Blutrausch. Der Rausch nach dem Opfer.