Juppchen fuhr sich mit dem Handrücken durch das Gesicht und sprang auf den Weg.
Als sie den Vorgarten des Häuschens betraten, kam der Vater in Hemdsärmeln aus dem Kaninchenstall, die abgezogenen Felle von zwei weißen Tieren in der Hand.
Juppchen erschrak, als er des Vaters blutbefleckte Hände sah. An dem Küchenfensterkreuz hingen die dicken Bälge mit den bloßen Billen. Die runden Köpfe waren eine unkenntliche Masse mit herausquellenden Augen.
„O meine Hänschen“, seufzte Juppchen und eine Träne kollerte über sein Gesicht.
Es waren seine eigenen Tiere. Er mußte für das Futter sorgen und den Stall reinmachen. Er lebte mit den Tieren, er wußte, wann die Jungen geboren waren und wieviel von den Dingern jedesmal im Nest lagen. Er nahm sie, so oft er in den Stall kam, in die Hand, strich langsam und zärtlich über das samtene Fell und küßte die offenen runden Schnäuzchen. Nun waren die zwei schönsten Tiere tot.
„Mausetot“, sagte der Vater, wie wenn er die Gedanken Juppchens erraten hatte.
Sie gingen zusammen in die Stube.
Mutter zog das schwarze Kleid aus und band sich eine große blaue Schürze vor, um das Mittagessen zu bereiten. Während sie in der Küche hantierte, setzte sich Juppchen ans Fenster und erzählte dem Vater von der Predigt.
„Schon recht! Schon recht!“ brummte der und schob den Pfeifenstummel von einem Mundwinkel zum andern.
Inzwischen hatte Mutter das Mittagessen bereitet: eine Schüssel Salzkartoffeln und Buttersauce und in einem tiefen runden Napf das weiße Kaninchenfleisch.