Nach einer Weile des Prüfens sagte der Inspektor: „Na, den alten Bock können wir ebenfalls ausrangieren. Zusammen mit dem lahmen Fuchs aus der vordersten Coje. Die Tiere brauchen nicht mehr eingespannt zu werden. Um zehn kommt der neue Transport.“
Der Wärter nickte und begleitete den Inspektor hinaus.
Juppchen, der den Sinn der Worte nur halb verstanden hatte, stand mit offenem Munde da und sah bald den Schimmel an, bald die anderen Pferde.
„So“, sagte der Wärter, der wieder zurückgekommen war, „nun werden wir den Klepper endlich los, Juppchen. Dafür bekommen wir ein ganz junges Tier! Fein, was?“
Juppchen kroch tief in sich hinein. Seine Knie zitterten. Die Augen rollten vor wie auf Stahlnadeln gespießt. Ein Weinen stieg von unten herauf und würgte ihm in der Kehle. Und dann war es, als ob er sich mit ausgereckten Armen an einen festen Gegenstand lehnen müßte. Die Schläfen klopften wie Hämmer. Die Lippen brachen auf. Ein heller Schrei zerfetzte die Luft.
„Ich laß ihn nicht fort! Ich will ihn kaufen! Ich habe Geld! Wieviel willst Du haben? Morgen bringe ich es Dir! Ein ganzes Beutelchen voll Geld habe ich! Ich laß den Schimmel wirklich nicht fort!“
„Ach, was bist Du für ein kindischer Bengel! So ein Junge! Hat man so etwas schon erlebt?“
Juppchen weinte lautlos und ganz gebrochen.
Da riß ihn der Wärter an der Schulter empor: „Marsch, die Kette los. Und daß Du mir den Halfter ordentlich aufsetzt. Gleich kommt der Korb herab.“
Juppchen schritt an den Schimmel, strich ihm zärtlich das Fell und machte langsam die Kette los.