„Dann fällt der Dreck wieder zusammen wie damals. Unser Schliefche war auch schon drin. Meine Alte hat ihn noch an der geflickten Hose erkannt. Gesichter hatten sie alle nicht mehr. Die hatte das Wetter eingeschlagen.“

Piet schwieg einen Augenblick. Sein Gesicht verzog sich grimassenhaft gelb. Seine Schultern bogen sich flach herab. Die Lampe pendelte wie ein Zeiger, der die letzten Sekunden eines Mörders unter dem Beil von der Endung schneidet.

Dann wurde der Ausdruck seines Gesichtes wieder borstigrot. Die Schultern hoben sich in Beruhigung. Die Lampe stieg.

Jonsen hatte sich mit dem Rücken gegen die Verschalung gestemmt, Übelkeiten zerwalkten seine Gurgel. Durch die gehöhte Tätigkeit der Nerven sah er viel schärfer und suchte, wie in Sturmnächten, einen unbekannten Weg.

Piet rüttelte Jonsen auf: „Siehst du den Fels dort? Da geht der Flöz durch, den wir anreißen sollen, von hier hätte man halbe Arbeit. Aber was nicht geht, kommt auch nicht. Und solange der Teufel hier die Luft verpestet —“

Sie schritten auf den Gesteinssturz zu. Glänzend frisch, wie die aufgehauenen Innenseiten eines Ochsen, quoll der schwarze Flöz heraus.

„Das ist schon ein massives Kohlchen,“ meinte Jonsen interessiert.

„Eigentlich sollte man den Abbau vornehmen. Es muß doch Mittel geben, die Wetter wegzublasen, wenn eine Pumpe nicht genügt, nimmt man drei, vielleicht kümmert sich der Steiger darum.“

„O Jonsen, der möchte schon. Aber die Direktion will noch nicht. Vorläufig wenigstens. Die andern Sohlen liefern ja genug. Und dann: sie bluten jetzt noch, die Aktionäre. Der Bruch hat viel Geld gekostet. Einmal aber müssen sie doch anfangen. Nur ich werd’s schon nicht mehr erleben. Gewiß nicht.“

Er wischte sich mit der Hand über die Stirne, und mit zwei Fingern strich er sich über die Augen.