Nervil Munta aber merkte nicht den Triumph und ließ sich wie ein blindes Kind an die gewaltige Maschine, die sonst von zwei Männern bedient wurde, führen.
Zwischen kreischenden Schwungrädern und sausenden Treibriemen wurde sein arbeitshungriger Körper hingestellt. Wie ein stürzender Felsblock warf er sich in die Fron und ließ die Muskeln springen. In rhythmischem Hin- und Herwärtswiegen zitterte sein geladener Körper. Da ihm diese Arbeit ungewohnt war, ermüdete er bald und bog den gekrümmten Rücken ächzend gerade. Wischte sich den Schweiß aus der Stirn und hustete den Staub, der seine Kehle zugeschnürt hatte, hinaus. Das Zuchthaus hat mir das Fleisch von den Knochen gefressen und das Mark ausgesogen, dachte er und strich sich mit der flachen Hand über die gedunsenen Adern.
Aber da stand der Aufseher lauernd hinter ihm und brüllte „Was zum Satan glotzt du herum? Hast dich nicht lange genug ausgeruht. Da hinten im Bau?“
Nervil Munta starrte mit verglasten Augen empor, griff nach der Schaufel und warf den Koks in die Mühle. Der Aufseher stand lauernd hinter ihm und sah zu.
„Du Faulpelz mußt schneller schippen. Noch einmal so schnell. Soll die Maschine leerlaufen, springen?“
Nervil Munta nahm sich zusammen. Irgendwo schwoll eine Wut in ihm und befeuerte die Gelenke. Nur mehr ein Werkzeug war ihm der Arm. Und durch sein Gehirn blitzte das Erkennen: Ich bin nicht mehr ich.
„Immer noch fixer und mehr auf die Schippe,“ brummte der Aufseher und ging.
Nervil brach am Morgen wie ein Sack zusammen. Lag im Ankleideraum erst eine gute halbe Stunde lang auf der Erde, ehe er aus der Fabrik in die Stadt zurücktaumelte.
Dann trank er die Kanne Kaffee, die ihm die Mutter vorsetzte, in einem Zuge leer und warf sich auf’s Bett. Schlief bis zum Abend und war nur mit Mühe wach zu kriegen.
Packte dann die Brotstücke und die Geneverflasche in den Kober und ging wieder auf die Mühle.