Sie sagten das mit einem furchtbaren Ernst und verdrehten mystisch die Nasen.
In den Worten der runzligen Hexen lag ihr Schicksal. Das fühlte Antje. Die Worte schnitten wie zwei scharfe Messer gleichzeitig in ihr Herz. Aber sie kämpfte dagegen an und verstopfte die Wunde immer wieder mit einem kleberigen Trotz.
Als Fredrik vier Jahre alt wurde, kaufte Antje sich von dem Ersparten ein Häuschen und tat einen Handel auf. Das Jungchen lag in der Tür und beschnupperte jeden einzelnen Eintretenden. Manchmal ging er auch mit den Jungens auf die Gasse zum Spiel. Auf die Schlackenhalde, oder nach dem großen Kohlenlager. Da spielten sie Verstecken und balgten sich wie junge Katzentiere.
Einmal waren sie ihrer vier die Halde emporgeklettert. Es war so schön warm dort oben, und die dünnen Rauchschlangen, die aus den Ritzen züngelten, fingen sie mit den Händen auf, oder hielten den offenen Mund darüber, bis die Wangen ganz blaß wurden und eine Übelkeit die Köpfe in heftige Umdrehungen brachte. Dann rollten sie den Abhang hinunter wie Murmeltiere und lagen lange in dem dürftigen Gras der Böschung. Starr und mit dünnen Atemzügen.
Die schwarzen Männer, die oben die Wagen entleerten, warfen ihnen böse Flüche nach und drohten furchtbar mit den Armen.
Lächelnd erzählte Fredrik der Mutter von dem großen Berg, der immer so schön rauchte und ganz warm war.
Da wurde Antje sehr zornig und verbot Fredrik dort hinzugeben. Sie schärfte ihren Willen an dem ewigen Wahrsagenwollen der Spitalweiber. Und diesen Willen bläute sie dem Jungen ein.
Ein paar Tage lang ließ sie Fredrik nicht aus den Augen. Als dann aber der Öljude kam und ihre ganze Aufmerksamkeit wegfeilschte, schlich Fredrik sich flugs auf die Gasse und fand ein paar Gefährten, die mit ihm zum Schlackenberg gingen.
Sie hatten aber kaum die Hälfte der Anhöhe erstiegen, da gab es ein ohrenbetäubendes Donnern. Der Berg öffnete sich, eine Rauchwolke wirbelte hervor, und die drei Spielgefährten Fredriks polterten in den Spalt.
Fredrik schoß den Abhang hinunter und lag, mit versengten Haaren und ein paar Brandwunden im Gesicht, zappelnd in einer Pfütze.