»Die Augen und die blitzenden Zähne sind es noch, aber sonst muss dich eine gute Fee umgetauscht haben.«

»War ich denn gar so an Schrecken?« fragte sie mit dörflicher Coquetterie.

»Für mich nicht, im Gegentheil, aber für die Sperlinge, die Obstbäume und für deine Mutter musst du so etwas gewesen sein. Für mich warst du alles Gute in Person; dass ich dir begegnet bin, muss ich ein wahres Glück nennen.«

Sie wurde hochroth. Zum Glück rief die Mutter aus dem Hause:

»Cenz, Cenz, wo steckt denn das Madel?«

Sie lief hinein. Im Verschlag neben der Mutter sass der Thalhofer Franz.

»Cenz, siehst du aber bildsauber aus,« sprach er.

»Das geht dich gar nix an«, sagte sie, füllte einen Krug mit Bier und eilte, ohne von ihrem Verehrer weiter Notiz zu nehmen, in den Hof hinaus.

»So; und wie ist's Ihnen denn alleweil ergangen, Herr Teubner?« fragte sie und setzte sich auf die Bank ihm gegenüber. Er konnte sich von seinem Erstaunen kaum erholen. So ruhig waren ihre Bewegungen geworden, so ohne jede bäurische Ungelenkigkeit, und doch wieder völlig des ehemaligen dreisten Wesens ermangelnd.

»Gut, sehr gut sogar«, sagte er, »ich erzählte dir schon, dass du mir Glück gebracht hast. Seit ich dein Bild gemalt, habe ich alle Hände voll zu thun gehabt.«