»Was du willst,« erwiderte der Alte mit unendlicher Zärtlichkeit.

»Nun, was ich will, das weiß ja Ew. Gnaden,« sagte die Müllerin. »Was ich will? Ew. Gnaden sollen einen Neffen von mir in Estella zum Sekretär beim Stadtgericht ernennen, damit er jene Berge verlassen kann, wo es ihm herzlich schlecht geht.«

»Ich habe dir schon gesagt, Frasquita, daß das unmöglich ist; der gegenwärtige Sekretär...«

»Ist ein Dieb, ein Trunkenbold, ein Esel.«

»Das weiß ich. Er hat aber sehr gute Beschützer unter den lebenslänglichen Regidoren, und ich kann ohne Einwilligung des Stadtrates keinen anderen ernennen. Sonst setze ich mich aus — —«

»Ich setze mich aus, ich setze mich aus.... Und welchen Gefahren würden wir uns nicht um Ew. Gnaden willen aussetzen, wir alle, bis hinunter zu den Katzen im Hause?«

»Würdest du mich um diesen Preis lieben?« stammelte der Corregidor.

»Nein, Herr Corregidor, denn ich liebe Ew. Gnaden umsonst.«

»Weib, gieb mir nicht so viele Titel! Nenne mich Sie oder wie du Lust hast... Hä, so wirst du mich also lieben? ... Sag —«

»Habe ich Ihnen nicht gesagt, daß ich Sie schon liebe?«