»Ich habe mir nichts gethan!« sagte der Corregidor, indem er, so gut er konnte, aufstand.
Und dann fügte er leise, doch so, daß ihn die Seña Frasquita verstehen konnte, hinzu:
»Das sollt Ihr mir bezahlen.«
»Dagegen haben aber Ew. Gnaden mir das Leben gerettet,« fuhr Tio Lucas fort, ohne jedoch von seinem luftigen Sitze herabzusteigen. »Stelle dir nur vor, Frau, ich sitze hier oben und betrachte die Weintrauben; da schlafe ich auf einem Netz von Weinreben und Stangen, dessen Zwischenöffnungen groß genug waren, um einen Körper hindurchgleiten zu lassen, ein. Hätte mich also Sr. Gnaden Fall nicht zur rechten Zeit aufgeweckt, so hätte ich mir späterhin den Kopf auf diesen Steinen zerbrochen.«
»Also du... he?« rief der Corregidor aus. »Nun, Müller, das freut mich... Ich sage, es freut mich sehr, daß ich gefallen bin.«
»Das sollst du mir bezahlen,« fügte er dann hinzu, indem er sich zur Müllerin wendete.
Und das sprach er mit einem solchen Ausdruck von unterdrückter Wut, daß die Seña Frasquita ganz traurig wurde.
Sie sah nur zu deutlich, daß der Corregidor zuerst erschrocken war, weil er glaubte, daß der Müller alles gehört hätte.
Als er sich aber überzeugt hatte, daß der Müller nichts gehört, denn Tio Lucas' Ruhe und Verstellung hätten selbst den schärfsten Luchs getäuscht, da fing er an, seinem Zorn nachzugeben und Rachepläne zu brüten.