»Ich habe dir gesagt, daß du schweigen sollst! Du störst mich,« brüllte der Corregidor. »Aber um auf unser früheres Gespräch zurückzukommen,« fügte er, den Ton ändernd, nach einiger Zeit hinzu, »es ist jetzt einviertel auf Acht... Zuerst mußt du nach Hause gehen und die Señora benachrichtigen, daß sie mich zum Abendbrot und zum Schlafen nicht erwarten soll. Sage ihr, daß ich bis zum Zapfenstreich zu arbeiten habe und nachher eine geheime Runde mit dir machen wolle, um zu sehen, ob wir nicht ein paar Übelthäter fangen können u. s. w. u. s. w. Mit einem Worte, täusche sie nur gut, damit sie sich ohne irgend welchen Verdacht hinlegt. Unterwegs sage dem andern Alguacil, daß er mir das Abendbrot herbringe. Ich wage es nicht, mich heute vor meiner Frau sehen zu lassen; sie kennt mich zu gut, sie ist fähig, in meinen Gedanken zu lesen. Trage der Köchin auf, daß sie nur einige von den Klößen schickt, die es heute gegeben hat, und sage dem Alguacil, daß er mir aus dem Wirtshause ein halbes Viertel Weißwein herüberbringt, so aber, daß es niemand sieht. — Dann gehst du nach dem Orte ab, wo du ganz gut um halb neun Uhr sein kannst.«
»Schlag acht Uhr bin ich dort,« rief Garduña aus.
»Widersprich mir nicht!« heulte der Corregidor, der sich wieder erinnerte, wer er war.
Garduña salutierte.
»Wir haben gesagt,« nahm jener, menschlicher werdend, wieder das Wort, »daß du um acht Uhr im Orte sein kannst. Vom Dorfe bis zur Mühle wird es ungefähr... ich glaube, es wird eine halbe Meile sein...«
»Eine kleine...«
»Unterbrich mich nicht.«
Der Alguacil salutierte von neuem.
»Eine kleine halbe Meile,« fuhr der Corregidor fort. »Folglich um Zehn. Glaubst du, daß um zehn...«
»Vor Zehn, um halb Zehn kann Ew. Gnaden an die Thür der Mühle klopfen.«