»Ich will nachsehen,« sagte die unerschrockene Navarresin und wendete sich nach der Thür.

»Geh weg! Das ist meine Sache!« rief Tio Lucas mit einer solchen Würde aus, daß Seña Frasquita ihm den Weg freiließ. »Ich habe dir doch gesagt, daß du nicht hinausgehen sollst,« fügte er mit einiger Härte hinzu, als er sah, daß die Navarresin Miene machte, ihm zu folgen. Diese gehorchte und blieb im Hause.

»Wer ist da?« fragte Tio Lucas von der Mitte der Hausflur aus.

»Die Obrigkeit,« antwortete eine Stimme von der andern Seite des Portals.

»Was für eine Obrigkeit?«

»Die des Ortes. Öffnet im Namen des Herrn Bürgermeisters.«

Inzwischen hatte sich Tio Lucas einem kleinen, versteckten Guckloch in der Thür genähert und erkannte beim klaren Schein des Mondes den ländlichen Alguacil des benachbarten Ortes.

»Du willst sagen, daß ich dem Trunkenbold Alguacil öffnen soll,« antwortete der Müller, den Riegel zurückschiebend.

»Das ist dasselbe,« antwortete der draußen Stehende; »da ich aber einen geschriebenen Befehl von Seiner Wohlgeboren bringe... Ich wünsche Euch einen guten Abend, Tio Lucas,« fügte er mit einer etwas weniger offiziellen Stimme hinzu und trat ein.