»Wie unvorsichtig bin ich doch!« sagte er. »Wenn man mich suchte, so würden mich diese Funken verraten haben.«

Schnell verbarg er das Feuerzeug, stieg ab und versteckte sich hinter der Eselin. Aber die Eselin verstand die Sache nach ihrer Art und Weise und stieß ein lautes Geschrei der Befriedigung aus.

»Verfluchtes Tier!« rief Tio Lucas aus und versuchte ihr das Maul mit beiden Händen zuzuhalten.

Da ertönte als galante Antwort gleiches Geschrei von der Landstraße her.

»Na, jetzt wird's gut,« fuhr der Müller in Gedanken fort. »Das Sprichwort hat ganz recht, wenn es sagt: El mayor mal de los males es tratar con animales.« (Das größte der Übel ist, wenn man mit Tieren zu thun hat.[7])

Und so sprechend bestieg er von neuem seinen Esel, trieb ihn an und ritt, wie aus der Pistole geschossen, in der Richtung fort, welche dem Orte, an dem das zweite Eselgeschrei laut geworden war, gerade entgegengesetzt war.

Das merkwürdigste aber war, daß die Person auf dem antwortenden Tiere sich ebenso sehr vor Tio Lucas zu fürchten schien, wie Tio Lucas vor ihr, denn auch sie bog vom Wege ab und ritt in vollem Galopp durch die Saatfelder auf der anderen Seite desselben.

Der Murcianer bemerkte es, und schon darüber beruhigt, grübelte er folgendermaßen weiter:

»Was für eine Nacht! Was für eine Welt! Was für ein Leben führe ich seit einer Stunde! Alguacils werden zu Kupplern gemacht, Alkalden verschwören sich gegen meine Ehre, Esel schreien, wenn es nicht nötig ist, und hier in meiner Brust trage ich ein elendes Herz, das gewagt hat, an der edelsten Frau, die Gott geschaffen, zu zweifeln. Gott im Himmel, Gott im Himmel! gieb nur, daß ich bald nach Hause komme und dort meine Frasquita antreffe!«