Da sie in der Mühle vorausgesehen hatte, daß sie in der Stadt vielleicht wichtige Besuche zu machen haben würde, so hatte sie ihre Kleider ein wenig geordnet und eine schwarze Flanellmantille mit großen Fransen übergeschlagen, die ihr wundervoll stand. Sie sah ganz wie eine Dame aus.

Der Corregidor dagegen hatte während dieser Episode vollständiges Stillschweigen beobachtet. Das Gebrüll der Seña Frasquita und ihr Erscheinen auf dem Schauplatze hatten ihn natürlich erschreckt. Jene Frau verursachte ihm jetzt mehr Entsetzen, als seine eigene.

»Nun also, Tio Lucas,« fuhr Doña Mercedes fort und wandte sich an ihren Gatten. »Hier ist die Seña Frasquita. Ihr könnt jetzt Euer Verlangen wiederholen.«

»Mercedes! um der Nägel Christi willen!« rief der Corregidor, »du weißt nicht, wessen ich fähig bin. Von neuem beschwöre ich dich, laß den Scherz beiseite und erzähle mir alles, was während meiner Abwesenheit vorgefallen ist. Wo ist dieser Mann?«

»Wer? Mein Gatte? Mein Mann ist eben im Begriff aufzustehen und wird wohl nicht mehr lange zögern.«

»Aufzustehen?« heulte Don Eugenio.

»Ihr wundert Euch darüber? Nun, wo sollte ein anständiger Mann denn zu dieser Stunde sein, wenn nicht in seinem Hause, in seinem Bett und an der Seite seiner rechtmäßigen Gattin, wie Gott es befiehlt?«

»Mercedes! Paß auf, was du sagst. Denke daran, daß man uns hört... Denke daran, daß ich der Corregidor bin!«

»Wenn Ihr auf diese Weise anfangt, Tio Lucas, so werde ich nach den Alguacilen schicken, damit sie Euch ins Gefängnis abführen,« entgegnete die Corregidora und stand auf.