»Infame Canaille!« schrie der Alte, griff mit der Hand nach dem Degen und fand nur den leeren Platz und die Binde des murcianischen Müllers.
Die Navarresin bedeckte mit einem Zipfel ihrer Mantille ihr Gesicht, um die Flammen der Eifersucht zu verbergen.
»Nehmen wir alles das an, was Sie wollen,« fuhr Doña Mercedes mit einem unerklärlichen Gleichmut fort. »So sagen Sie mir doch erst eins, mein Herr! Hätten Sie ein Recht, sich zu beklagen? Könnten Sie mich als Richter verurteilen? Kommen Sie vielleicht aus der Predigt? Kommen Sie vielleicht aus der Beichte? Kommen Sie aus der Messe? Oder woher kommen Sie mit diesem Anzuge? Woher kommen Sie mit dieser Frau? Wo haben Sie die Hälfte der Nacht zugebracht?«
»Mit Verlaub...« rief die Seña Frasquita aus und stand, wie von einer Feder emporgeschnellt, auf und trat keck zwischen die Corregidora und deren Gatten.
Dieser war im Begriff zu sprechen, blieb aber mit offenem Munde stehen, als er sah, daß die Navarresin ins Feuer trat.
Aber Doña Mercedes kam ihr zuvor und sagte:
»Señor, bemühen Sie sich nicht, mir Erklärungen zu geben. Ich verlange sie durchaus nicht von Ihnen. Hier kommt derjenige, der das Recht hat, sie von Ihnen zu fordern. Verständigen Sie sich mit ihm.«
Zugleich öffnete sie die Thür eines Kabinetts, und in ihr erschien Tio Lucas, vom Kopf bis zu den Füßen als Corregidor gekleidet, mit Stock, Handschuhen und Degen, wie er in den Ratssaal zu treten pflegte.