»Ich wünsche Ihnen allen einen guten Abend,« sprach der zuletzt Angekommene, nahm den Dreispitz ab und sprach mit zusammengefallenem Munde, wie Don Eugenio de Zuñiga.

Dann durchschritt er, sich nach allen Seiten wiegend, den Saal und küßte die Hand der Corregidora.

Alle standen starr vor Erstaunen. Die Ähnlichkeit des Tio Lucas mit dem wirklichen Corregidor grenzte ans Wunderbare.

Darum konnten auch die Dienerschaft und sogar Señor Juan Lopez ein Gelächter nicht zurückhalten.

Don Eugenio fühlte diese neue Herabwürdigung und stürzte sich wie ein Basilisk auf Tio Lucas.

Aber Seña Frasquita war schneller als er und entfernte den Corregidor mit ihrem eisernen Arm; und Seine Gnaden, im Andenken an einen andern Purzelbaum und das darauffolgende Hautabschürfen, ließ sich zurückwerfen, ohne auch nur einen Laut auszustoßen. Augenscheinlich war jene Frau von Geburt an dazu bestimmt, den armen Alten in Schach zu halten.

Tio Lucas wurde bleicher als der Tod, als er sah, daß seine Frau sich ihm näherte; aber er beherrschte sich gleich, und mit einem schrecklichen Lachen, so daß er die Hand aufs Herz legen mußte, weil es ihm zu springen drohte, sagte er, immer noch den Corregidor nachahmend:

»Gott behüte dich, Frasquita! Hast du deinem Neffen schon die Ernennung geschickt?«

Da hättet Ihr die Navarresin sehen müssen! Sie warf ihre Mantille zurück, erhob das Haupt mit dem Stolz einer Löwin, und ihre Augen wie zwei Dolche in die des falschen Corregidors versenkend, sagte sie ihm gerade ins Gesicht: