»Ich verachte dich, Lucas!«

Alle glaubten, daß sie ihn angespien hätte, solch eine Geste, solch eine Bewegung, solch ein Ton der Stimme begleiteten jene Worte.

Das Gesicht des Müllers verklärte sich, als er die Stimme seiner Frau hörte. Eine Art von Inspiration, wie die des religiösen Glaubens, war in seine Seele gedrungen und überflutete sie mit Licht und Freude. Und einen Augenblick vergaß er, was er in der Mühle gesehen und zu sehen geglaubt hatte und rief mit Thränen in den Augen und vollster Aufrichtung in der Stimme aus:

»Also bist du noch meine Frasquita?«

»Nein,« antwortete die Navarresin außer sich. »Jetzt bin ich deine Frasquita nicht mehr! Ich bin... Befrage deine Heldenthaten dieser Nacht, und sie werden dir sagen, was du mit diesem Herzen gemacht hast, das dich so geliebt.«

Und wie ein sinkender Eisberg, der anfängt zu schmelzen, begann sie zu weinen.

Die Corregidora konnte sich nicht enthalten, auf sie zuzugehen und sie mit herzlichster Freundlichkeit in ihre Arme zu schließen.

Und ohne recht zu wissen, was sie that, fing die Seña Frasquita an, sie zu küssen und sagte, schluchzend wie ein Kind, das Schutz bei seiner Mutter sucht:

»Señora, Señora, wie unglücklich bin ich!«

»Nicht so sehr, wie Sie glauben,« antwortete die Corregidora, die auch großmütig weinte.