»Bis jetzt alles!« sprach der Corregidor, sehr zufrieden, daß die Erklärungen der Seña Frasquita nicht weiter gegangen waren.
»Also bist du unschuldig?« rief inzwischen der Müller aus und ergab sich dem Augenschein und der Überzeugung. »Meine Frasquita! Herzens-Frasquita! Verzeih' mir die Ungerechtigkeit und laß mich dich umarmen!«
»Oh, das ist Mehl aus einem andern Sack,« antwortete die Müllerin, den Körper wegbiegend. »Bevor ich dich umarme, muß ich erst deine Erklärung hören.«
»Ich werde sie für ihn und mich geben,« sagte Doña Mercedes.
»Seit einer Stunde warte ich schon darauf,« stieß der Corregidor hervor und versuchte sich aufzurichten.
»Aber ich werde sie nicht eher geben,« fuhr die Corregidora fort, indem sie ihren Mann verächtlich ansah, »als bis die Herren die Kleider gewechselt haben, und auch dann werde ich sie nur demjenigen geben, der sie zu hören verdient.«
»Schnell, schnell, wir wollen uns umkleiden,« sagte der Murcianer zu Don Eugenio, und freute sich, daß er ihn nicht getötet hatte, wenn er ihn auch mit einem wahrhaft maurischen Haß betrachtete. »In den Kleidern Ew. Gnaden ersticke ich, und wie unglücklich bin ich gewesen, während ich sie trug!«...
»Weil du es nicht verstehst,« antwortete der Corregidor. »Ich dagegen wünsche nichts sehnlicher, als sie wieder anzulegen, um, wenn mir die Erklärung meiner Frau nicht genügt, dich und die halbe Welt aufhängen zu lassen.«
Als die Corregidora diese Worte hörte, beruhigte sie die Versammlung mit einem sanften Lächeln, wie es den Engeln eigen, deren Aufgabe es ist, die Menschen zu bewachen.