Hamsun nahm die Sache nicht so tragisch, sondern mehr von der ironischen Seite, und selbst Shakespeare war ein Strindberg und ein Hamsun im Grunde seiner Seele, aber er hatte leider noch die gesunde Kraft, es in fünfaktige Dramen umzusetzen, deren eigentliche tiefe Ironie der Welt nie verständlich wurde!

Der Ansichtskartensammler ist kein größerer Narr als alle andern, die sich an angeblich wichtigere Objekte Tag und Nacht anklammern, um ihr Leben damit auszufüllen und in kümmerlicher, armseliger, schamlos-feiger Weise zu fristen. Je weniger Spesen sie dabei haben, desto normaler sind sie. Es gibt Schriftsteller, die die Geschicklichkeit haben, einem Hamsun und Strindberg sogar ihre Irrsinne nachzuweisen! Ich selbst begnüge mich mit der Ansicht, daß sich außerhalb des Lebens zu bewegen und mit ihm keine anderen Zusammenhänge zu haben wie die eines satanischen Lächelns, die einzige Sache und Aufgabe eines genialen Menschen sei!

Wer die Kraft hat, dem Leben mit aufgezogenem Visier ins Auge zu blicken, der wird das große Mauer-Oehling und Steinhof der Menschheit in Ernst und Ruhe erkennen, und seine Stunde, die ihn von dem Stumpfsinn und der Stupidität endgiltig befreit, mit Freude erwarten —.

MEMOIREN

Ich lese die Geschichte vom Grafen von Lavalette, und sie interessiert mich gar nicht. Er war ein Getreuester Napoleons des Ersten.

Aber ich habe bisher es nicht eingesehen, wodurch dieser »geniale Feuergeist«, dieses »Ungetüm an Lebensenergien«, der Gesamtmenschheit irgendwie geholfen habe!?! Die Geschichte seiner »Getreuen« interessiert mich daher um so weniger. Aber als Lavalette, dieser »Tatendurstige« (ein schreckliches Wort für den Lebenskundigen) eingesperrt und hingerichtet werden sollte, gab ihm seine Frau ihre Kleider, und er entfloh. Sie selbst wurde im Kerker derart mißhandelt, daß sie irrsinnig wurde.

Da begann ich mich für die Gräfin von Lavalette zu interessieren, die in den Memoiren gar nicht erwähnt ist.

Ehre ihrer Seele!

WIDMUNG AN ANNA KONRAD

O Fraue,